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Vom ersten Moment, als ich diesen Ausdruck hörte, war ich irritiert und geschockt: Was war DAS?

Ich hatte einen Sachkundigen kennengelernt, der mit Feuer in den Augen von Fußballspielen mit Robotern erzählte. Für ihn hatten diese einen tiefen Sinn, für mich war es lediglich eine Hinzufügung zum Wahnsinn dieser Welt.

Sind wir denn nicht schon zu Zeugen geworden einer Welt, in den kapitalistischen Ländern jedenfalls, die Arbeitslosigkeit in Kauf nimmt für wachsende Automatisierung? In den Straßenbahnen keinen Ansprechpartner mehr zu haben, dafür Automaten, die man selber oft kaum versteht, geschweige denn als Ausländerin, daran haben wir uns schon gewöhnt, wie an so vieles. Wenn ich meine Krankenkasse anrufe, bekomme ich – wenn überhaupt – immer einen anderen Sachbearbeiter zu hören, d. h., ich fange immer wieder von Neuem an, meine Angelegenheit zu erläutern. Statt anrufen zu können, fühle ich mich gezwungen, Formulare im Internet auszufüllen und diese ins Universum zu schicken.

Wie viele Arbeitsplätze fallen gerade weg? Ich fürchte mich vor dieser kalten Welt, die doch vielen Menschen noch nicht einmal aufzufallen scheint. Habe ich das richtig gelesen, dass Roboter in Altenheimen eingesetzt werden oder werden sollen? Gibt es nicht schon genügend Studien, die zeigen, dass nichts, aber gar nichts die liebende warme Hand, den liebenden Blick eines Mitmenschen, einer Fachkraft, ersetzen kann? Babys in Heimen sterben, wenn sie nicht berührt werden. Alte, kranke Menschen sicherlich auch, nur dass wir deren Tod als „natürlich“ betrachten. Was wissen wir schon ...

Ich lehne diesen Begriff ab, er ist schon eine Blasphemie. Intelligenz, dieser Ausdruck nicht nur menschlichen Lebens, sondern des Lebens überhaupt, kann weder simuliert noch erzeugt werden. Da, wo es probiert wurde und wird, das heißt, wo Leben leichtfertig in die „Hände“ von technischem „Fortschritt“ gelegt wurde, sehen wir die Folgen: Apparatemedizin, Maschinen bei der Haltung von Kühen, steigende Zahlen von Verkehrstoten, krank machender Lärm von Maschinen, Flugzeugen .. Der Computer, an dem ich schreibe, mit seinem Doppelgesicht ... die Liste könnte lang werden, und zahlreiche Argumente würden mir entgegengehalten, wie segensreich diese und jene Erfindung doch wäre, bis hin zur Drohne, zum Kampfjet, zur Atombombe – ja, wir rüsten gerade kräftig auf.

Künstliche Intelligenz
Ist das alles wirklich wichtig? Tragen diese Erfindungen, Fabriken, trägt diese Art zu denken, zur Heilung und Rettung des Lebens auf diesem Planeten bei? Müssten wir nicht das Gegenteil anstreben: Unsere Straßen wieder mit Reisigbesen fegen, die von alten Menschen geduldig mit der Hand hergestellt wurden, und die besondere Stille der Besenstriche genießen? Zurück zur Natur? Ja, unbedingt! Wie denn sonst? Reichen uns die Katastrophen noch nicht, die sogenannte Umwelt- und Denkverschmutzung?

Alle Menschen, die im Dienst am Lebendigen arbeiten, sollten das meiste Geld verdienen als Ausdruck unserer Hochachtung. Vielleicht Rudolf Steiner, dessen Theorien ich gar nicht verstanden habe, wieder mal lesen. Der hat gewusst, dass man verstörte Menschen auf kleine Bauernhöfe schickt, sie sich um Tiere und Pflanzen praktisch kümmern lässt. Dass wir alle wissen und üben sollten, wie man eine Sitzbank baut, ein Brot backt, Wolle gewinnt und einfärbt und verwebt. Wie man Schulen bauen kann, die für Kinder schützende Nester sind, die sie nicht kaputt machen wollen. Wir aber machen unsere Erde kaputt. Es ist nicht mehr unser Garten, unser Kohlrabi, den wir selber angebaut haben, unsere Großmutter, die selbstverständlich mit im Haus lebt. Unser Großvater, der ständig ausreißt und den wir dann irgendwo am Teich wiederfinden.

Seit wir glauben, wir könnten Technik intelligent machen, ja, sie sei uns sogar überlegen, sind wir zu ihren Sklaven geworden, die das Niedrigste aus uns herausholen, das wir in den Menschenlagern und Schlachthöfen dieser Erde studieren können. Wesen werden wie Abfall betrachtet, wie Plastiktüten im Ozean.

Übrigens lebe ich gar nicht auf dem Land, halte Schafe, färbe Kerzen und backe Karottenkuchen – was ich für ehrenwert halte. Ich lebe mitten in der Stadt, sitze zu oft am Computer und zoome mit meinen Gruppen und Freunden, lasse mich röntgen, wenn es sein muss und nehme Medikamente, um mein Leben zu verlängern. Jedoch meine Intelligenz – ich lasse sie mir nicht nehmen. Einsichtsfähigkeit in komplexe Zusammenhänge, die Entwicklung von Herzenswärme zu entwickeln, Verständigung und Kommunikation jenseits von Computern zu üben, die Beschäftigung mit Dichtkunst und der Versuch, das gute Leben zu verstehen und etwas davon zu gestalten: Dazu fühle ich mich aufgerufen. Natürliche Intelligenz wiederzubeleben.

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Monika Winkelmann

Monika Winkelmann

Monika Winkelmann, geboren 1952, Mutter einer erwachsenen Tochter, geschieden seit 2019, hat 1980 mit 28 Jahren ihr erstes Meditationswochenende in Hamburg besucht. Diese tiefgreifende Erfahrung sowie ihr Leben als Alleinerziehende der Tochter Lisa, geb. 1984,  bewirkten, dass sie viele Jahre a...
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