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In vielen Zeitungen konnten wir lesen oder im Radio hören, wie Menschen sich lustig machten über unsere Neigung, Vorsätze zu fassen. Hallo! Frohes Neues!

Im Zeitalter der Optimierung des Körpers, der Lebenserwartung und des besten "Schnäppchens" wundert mich das. Was ist falsch an guten Vorsätzen?

Meine Vermutung ist: Sie sind an sich nicht falsch, aber der, der sie fasst, verurteilt sich. Sie wurden im Zustand ehrlicher Bestandsaufnahme gemacht, die Versprechen, und wir müssen uns eingestehen, dass wir sie schon in der 3. Woche oder im März vergessen haben. Also will man sich nichts mehr vormachen, nicht mehr enttäuscht sein von sich selber, sondern schonungslos der "Sünde" in die Augen sehen. "Da rauche ich lieber gleich weiter."

Ich halte das für falsch und kleinmütig. Buddha lehrt uns, wie wir uns liebevoll und klar sehen lernen. Wir sind Bodhisattvas im Training. Wir rauchen, essen zuviel oder zuwenig, trinken zuviel oder das Falsche, üben nicht, was wir sollten, kritisieren und mäkeln herum, zu faul, zu schüchtern, eben nicht perfekt. Gut, wir stellen das fest, ein Verhalten, das wir ändern möchten, und sind mutig genug, dies anzugehen. Daran ist gar nichts falsch. Wir haben etwas verstanden und wollen dieses Verständnis auch leben.

Unsere Gesellschaft hat hier wenig anzubieten, wie das eigentlich gehen soll, ausser primitive Straf- und Belohnungsrituale, mit denen es uns noch schlechter geht.

Buddhismus bietet an, regelmäßig innezuhalten. Zur Ruhe zu kommen. Nicht vor dem Fernseher, sondern in disziplinierter Haltung und in reizarmer Umgebung. Uns wahrzunehmen, in unserer Ganzheit und in unserer Gebrochenheit. Die anderen wahrzunehmen. Die Welt. Atmende, tief empfindende Wesen zu sein. Mitwesen.
Tiefes Staunen zu erleben über unsere Mitwesenschaft.

Manchmal schmecke ich den Atem wie frisches, kühles, klares Wasser und finde nichts köstlicher.

Veränderungen brauchen Zeit, liebevolle Geduld. Und feste Vorsätze. Die können wir täglich, sogar mehrfach, erneuern. Es gibt viele Arten von Vorsätzen im Buddhismus, wir erfahren und verkörpern hier, auf unserem Weg, wie wir eins werden können mit ihnen. Wie wir die werden können, die wir sind.

Hallo! Frohes Neues!

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Monika Winkelmann

Monika Winkelmann

Monika Winkelmann, geboren 1952, Mutter einer erwachsenen Tochter, geschieden seit 2019, hat 1980 mit 28 Jahren ihr erstes Meditationswochenende in Hamburg besucht. Diese tiefgreifende Erfahrung sowie ihr Leben als Alleinerziehende der Tochter Lisa, geb. 1984,  bewirkten, dass sie viele Jahre a...
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