Buch

Verbreitung von Angst: Der Hirnforscher Gerald Hüther hat ein kontroverses Buch geschrieben. Es ist in sich widersprüchlich.

UW1119 REZ Cover WegeAusDerAngstIn „Wege aus der Angst“ beschreibt der Autor ausführlich Hirnfunktionen, die von Angst ausgelöst werden. Angst werde als sinnvolles und lebenserhaltendes Muster verarbeitet. Angst sei deshalb ein Produkt des Gehirns und nicht der Realität.
Seinem Anspruch, einen Weg aufzuzeigen, „die Unvorhersehbarkeit des Lebens anzunehmen“, wird Hüther jedoch nicht gerecht. Der Titel ist schlicht falsch gewählt. Ab Mitte des Buches spricht er ständig von „Angstmachern“, worunter er aber Ärzte und Lehrer summiert, die aus welchem Machtinteresse auch immer Angst verbreiten würden. Warum er das Schüren von Ängsten vor einer angeblichen Weltdiktatur und Coronaimpfungen nun nicht Angstmachern zuschreibt, bleibt sein Geheimnis. Hüther vermischt Wissenschaft mit seinem unzulänglichen Verständnis vom Menschen und von der Welt, um allgemeine Schlussfolgerungen zu ziehen. Der Autor hat versucht, ein Buch zu schreiben, das er nicht schreiben konnte, weil es jenseits seines Horizonts liegt. Das Buch ist Coronameinungsmache durch die Hintertür.

Rezensent: Willi Reis

Gerald Hüther
Wege aus der Angst – Über die Kunst, die Unvorhersehbarkeit des Lebens anzunehmen
Buch: Vandenhoek & Ruprecht 2020
128 Seiten
Print: 20,00 €, E-Book: 15,99 €

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