Buch

Tibet im Blickwinkel: Die preisgekrönte Journalistin Barbara Demick gibt in diesem Buch tiefe und lebendige Einblicke in den Alltag von tibetischen Menschen anhand von Einzelschicksalen.

UW116 REZ Buch Demick Kinder„Wie ist es, im 21. Jahrhundert als Tibeter an der Grenze zum modernen China zu leben?“ Die Geschehnisse in der Stadt Ngaba, die 3.300 Meter über dem Meeresspiegel liegt und jahrhundertelang von Königinnen und Königen regiert wurde, bilden das Herz des vorliegenden Buches. Diese Stadt, an der Schnittstelle zwischen dem tibetischen Hochland und China gelegen, wurde zur Grenzstadt auf chinesischem Boden. Sie wurde zum Zentrum des Widerstands gegen die völkerrechtswidrige Annektierung Tibets durch China. In ihrer Hauptstraße übergoss sich 2009 ein buddhistischer Mönch aus Protest mit Benzin. Ein Drittel aller Selbstverbrennungen fand dort statt. Was war der Grund dafür? Man erfährt, wie gelebt, geliebt, gestorben und bestattet wurde, wie der Klosteralltag war, warum Ackerbauern und Hirten einander brauchen und wie die immer stärker werdende Präsenz von Chinesen das Gefüge schließlich zerstörten. Der „innere Dalai Lama“, den die Autorin im letzten Absatz des Buches anruft, hat ihr sicherlich den Geist der Worte für diesen bewegenden Bericht eingegeben, und man möchte sich verbeugen.
Rezensentin: Monika Winkelmann


Barbara Demick
Buddhas vergessene Kinder – Geschichten aus einer tibetischen Stadt
Buch: Droemer HC Verlag 2021
384 Seiten
Print: 21,59 €, E-Book: 16,99 €

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