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Leben

Das Selbst funktioniert im Alltag. Doch wenn man in der Meditation tiefer schaut, relativiert es sich. Der Psychiater Michael Huppertz gibt Orientierung: Man muss sich seiner selbst gewiss sein, um sich in die Untiefen des „Nicht-Selbst“ zu begeben.

Für viele Menschen ist ihr eigenes Selbst kein Thema. Sie wissen ungefähr, wer sie sind: Ich weiß, was ich tue, was ich kann und wo meine Grenzen liegen; ich kenne meine Bedürfnisse, Wünsche, Gewohnheiten, fühle etwas und spüre mich ausreichend.

Wenn wir scheitern, Kritik durch andere, Krankheiten oder Verluste erfahren, in Lebenskrisen also, wird unser Selbst brüchig.

Größere Veränderungen der Lebenssituation erfordern, dass wir uns neu einschätzen und anpassen: Wer bin ich? Was und wie will ich sein? Was kann ich, was kann ich nicht? Was denken andere von mir?

Die Entwicklung moderner Gesellschaften versetzt viele Menschen in eine Art Dauerkrise, weil sie eine hohe Flexibilität erfordert. Gleichzeitig wird dem Einzelnen gemäß soziologischen Analysen, beispielsweise von Ulrich Beck oder Eva Illouz, immer mehr Verantwortung für seine Probleme und sein Glück zugeschrieben.

Die Menschen zu Buddhas Zeiten, also etwa im fünften Jahrhundert v. u. Z., hatten vermutlich etwas andere Sorgen. Als Buddha, der Legende nach, seinen komfortablen Wohnsitz verließ, lernte er das Leben seiner weniger begünstigten Mitmenschen als kurz und leidvoll kennen, als bedingt durch Armut, Krankheit und ein Kastensystem.

In seiner Lehre betonte er das Leid und die Bedingtheit des Lebens sowie das Streben nach Erlösung. Wir würden heute statt von „Bedingtheit“ eher von Kontingenz sprechen, der Erfahrung, dass vieles aufgrund von Einflüssen, Bedingungen und Zufällen geschieht, die wir nicht beeinflussen können und denen wir ausgeliefert sind. Es ist heute weniger naheliegend, das Leben vorrangig als leidvoll zu beschreiben. Wir erleben Überforderung eher durch die schiere Komplexität der gesellschaftlichen Existenzweise.

Aber auch für uns bringt das Leben immer wieder Leid, Verluste, Einsamkeit und Krankheit, ja sogar Krieg und Elend, die uns nahegehen. Wir können uns sogar dann als begrenzt und verletzlich wahrnehmen, wenn alles gerade in einem guten Fluss ist, sogar im größten Glück, wenn wir uns wünschen, die Zeit möge stehen bleiben. Wir können jederzeit um unsere Endlichkeit wissen, und dieses Wissen fällt oft aus einem heiteren Himmel.

Und wie oft wäre man sich selbst gern los, diesen Zeitgenossen mit seinen Unfähigkeiten, schädlichen Gewohnheiten und unsympathischen Eigenschaften, den gutes Zureden nicht erreicht und von dem man doch irgendwie abhängig ist. Es gibt also genügend gesellschaftliche, existenzielle und persönliche Gründe, das eigene Selbst immer wieder zum Teufel zu wünschen.

Aber es gibt auch soziologische, philosophische und ethische Gründe, an der Idee eines irgendwie beständigen Selbst zu zweifeln: Menschen begegnen im Alltag Herausforderungen, indem sie Rollen spielen oder sich neu erfinden. In der Regel behalten sie dabei eine Distanz zu ihrem Verhalten, vor allem wenn sie Widersprüche zwischen ihren unterschiedlichen Rollen, Wünschen oder zwischen ihrem Wissen und Handeln erleben.

Bei all dem müssen Menschen auch noch die Perspektive anderer einbeziehen.

Das Ganze ergibt ein kaum durchschaubares Gemisch, für das die Bezeichnung „Selbst“ ein wenig schmeichelhaft klingt. Philosophisch wird in vielen Konzepten des 20. Jahrhunderts vorgeschlagen, in Handlungskontexten und Funktionalitäten, Systemen und Strukturen, Perspektiven und Paradigmen oder in Prozessen und dem Fluss der Zeit zu denken, nicht aber in Substanzen und Beständigkeit, wie sie das „Selbst“ suggeriert.

Moralisch stellt sich die Frage, ob man sich mit dem Selbst nicht einen Käfig konstruiert, den man nicht mehr verlassen kann oder will.

Das Selbst kann uns verleiten, falsche Prioritäten zu setzen. Bemühungen, ein Selbst zu finden, zu entfalten oder zu optimieren, können zu einer egozentrischen Wahrnehmung und einer Überschätzung der eigenen Bedeutung, der eigenen Subjektivität und der eigenen Interessen führen.

 


Dieser Artikel erschien in der Ursache\Wirkung №. 128: „Verbundenheit"

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 Welches Selbst ist gemeint?

Es ist nun an der Zeit, klarzustellen, dass sich alle diese Zweifel vor allem auf einen Aspekt des Selbst beziehen, auf das „narrative“ und das „soziale“ Selbst.

Das narrative Selbst besteht aus den Geschichten, die wir uns und anderen über uns erzählen und die wir bekanntlich für unser Leben halten, wie es Max Frisch ausdrückte.

Das soziale Selbst besteht aus der Art und Weise, wie wir uns sozial definieren und definiert werden – durch Name, Alter, Herkunft, Beruf, Rollen etc. Das alles können wir in frage stellen, aber wie weit können wir damit kommen?

Was uns stets begleitet und von Beginn des Lebens an wesentlich ausmacht, ist das, was Daniel Stern das „Kernselbst“ nannte. Dieses Kernselbst ist das Selbst, das wir spüren. Es besteht unter anderem aus dem, was uns der Körper über seine Positionen, Bewegungen, Berührungen und vegetativen Prozesse mitteilt und was im Körpergedächtnis, also der Beschaffenheit des Körpers selbst, und dem Zentralnervensystem gespeichert ist.

Wir spüren, wann wir aktiv sind und etwas bewirken oder wann etwas auf uns einwirkt. Diese Wahrnehmungen sind wesentliche Teile des Gefühlslebens. Auch wenn wir nicht nur unsere Gefühle sind, sind wir auch immer unsere Gefühle. Man muss sich seines Kernselbst nicht jederzeit bewusst sein, aber man kann die Aufmerksamkeit auf dieses Erleben lenken.

Es gibt Zustände, in denen Menschen dieses Kernselbst schwer zugänglich ist, vor allem bei dissoziativen Zuständen, wenn jemand „neben sich steht“, wie es bei schockartigen Erlebnissen, bei Zuständen starker Anspannungen oder traumatischen Erinnerungen geschehen kann. Und es gibt Menschen, die sich fremdgesteuert fühlen wie bei schizophrenen Psychosen oder gefühllos sind wie bei schweren Depressionen

In milderer Form kennen viele Menschen das Gefühl, nur noch zu funktionieren, aber nicht richtig da zu sein. In Trance und Flow, in ekstatischen Zuständen oder in mystischen Verschmelzungserlebnissen, den Erfahrungen einer „unio mystica“, ist die Selbsterfahrung eingeschränkt und das Bewusstsein eingeengt, weniger klar und differenziert.

Wenn Menschen an ihrem Selbst leiden, entwickeln sie leicht die Sehnsucht nach einem starken, wahren, eigentlichen Selbst, das sie in Identifikationen mit Lehrern, Bewegungen, Gruppen, Nationen oder in allumfassenden Ideen finden. Im Rahmen achtsamkeitsbasierter Meditation sind die Ideen eines reinen Beobachters oder eines Nicht-Selbst geeignete Fluchtpunkte.

Alle diese Bemühungen lassen sich – was immer sie noch sind – auch als Bemühungen verstehen, der realen Fragilität des eigenen Selbst als Teil der „Gebrechlichkeit der Welt“, wie es Heinrich von Kleist so bewegend formulierte, zu entkommen.

Aber wir brauchen die situative, gegenwärtige Erfahrung des Kernselbst ebenso wie flexible Selbstkonzepte.

Wenn jemand seine Gefühle, Wünsche und Werte zum Ausdruck bringt, sagt man, dass er „authentisch“ sei. Authentizität beruht auf einem guten Zugang zu sich selbst. Ich muss spüren, wie ich gerade unterwegs bin und was mir wichtig ist. Im Idealfall kann und darf ich das auch ausdrücken.

In unserer Gesellschaft ist Authentizität ein hoher Wert.  Jeder soll seinen eigenen Weg gehen können, soweit es möglich und legitim ist.

Das Wissen um sich selbst ist ebenso begrenzt wie die Möglichkeiten, sich auszudrücken und weiterzuentwickeln. Deswegen ist Authentizität immer auch kontrafaktisch, eben ein Wert, der der Gesellschaft, aber auch dem Einzelnen etwas abverlangt. Und natürlich kann man ihm auch zu viel Bedeutung und Aufmerksamkeit schenken. Da dies in einer individualistischen Kultur rasch geschieht, ist „Authentizität“ durchaus auch umstritten. Dennoch sollten wir nicht unterschätzen, wie wichtig sie uns allen ist.

Eine elementare und kulturübergreifende Orientierung des Menschen entsteht durch die Notwendigkeit des Handelns: Was tue ich zuerst? Was will ich? Welche Hindernisse gibt es? Wobei brauche ich Hilfe oder was kann ich zu einer gemeinsamen Handlung beitragen?

Als Handelnder bin ich selbst ein wesentlicher Bestandteil des Handelns und deshalb brauche ich eine realistische Selbsteinschätzung. Nur dann können wir für uns und für andere Verantwortung übernehmen und längerfristigen moralischen Intuitionen und Überlegungen folgen.

 

Präsenz und Zeitlosigkeit

Das Wissen um das Kernselbst sollte nicht davon abhalten, die narrativen und sozialen Formen des Selbst infragezustellen. Die Achtsamkeitspraxis kann helfen, Übertreibungen, unflexible Selbstkonzepte, soziale Anerkennungen oder Tendenzen zur unaufhörlichen Selbstoptimierung infrage zu stellen.  Wenn wir absichtslos sind, rücken die Selbstkonzepte in den Hintergrund.  Die Achtsamkeitspraxis kann zu einer Erfahrung von Präsenz und Zeitlosigkeit führen.

Aber es gibt keinen Grund, diese Erfahrungen zu einer tieferen oder höheren Weisheit zu erklären. Sie zeigen uns nur, was möglich ist, welche existenziellen Spielräume wir haben. Die Haltung der Achtsamkeit kann dazu führen, dass sich der Blick auf die Welt weitet und dass sich der Meditierende nicht mehr als ihren Mittelpunkt betrachtet (Huppertz 2022a). Sie kann uns befähigen, sowohl bei uns als auch bei anderen Menschen Widersprüche, Veränderungen, Unklarheiten und Geheimnisse zu akzeptieren und zu respektieren.

Relativierungen der Selbstkonzepte durch Achtsamkeitspraxis, Meditation, aufdeckende Psychotherapien oder Lebenskrisen sind aber nur hilfreich, wenn man sich gleichzeitig seiner selbst gewiss ist.

Wer sich bewusst in eine Situation der kognitiven und emotionalen Desorientierung begibt, sollte eine Weile (seien es Sekunden oder Monate) damit zurechtkommen, dass er oder sie auf einer seelischen Baustelle lebt. Dafür ist es wichtig, das Vertrauen zu haben, aus dieser Desorientierung wieder herauszufinden oder mit ihr leben zu können.

In unübersichtlichen Lebenslagen – auch dann, wenn wir sie absichtlich herbeigeführt haben – brauchen wir die Fähigkeit, neue Situationen zu bewältigen, für die das übliche Wissen und Können nicht ausreicht, also Offenheit zu leben.

Wir brauchen dazu Selbstvertrauen und eine ausreichende „Selbstwirksamkeits erwartung“. Und wir brauchen die stabile Erfahrung, dass wir ein interaktives Kernselbst haben, das oft als „Urvertrauen“ bezeichnet wird.

Menschen, die nicht ausreichend über diese Voraussetzungen verfügen, ist daher davon abzuraten, sich auf ausgedehnte Praktiken gegenstandsloser Achtsamkeit oder Meditation einzu lassen, insbesondere wenn weitere Anforderungen wie Schweigen, Fasten oder Bewegungslosigkeit dazukommen, die elementare, vertraute Interaktionen mit Menschen und Dingen unterbinden und damit das Erleben des gespürten Selbst erschweren.

 

Selbst und Nicht-Selbst

Ein Nicht-Selbst zu leben, ist weder möglich noch sinnvoll. Ein beständiges Selbst ist eine Illusion, das Nicht-Selbst ebenfalls.

Beide sind Fluchtpunkte von verschiedenen Wünschen und Argumenten. Sie definieren die extremen Pole eines Kontinuums, auf dem wir uns in unserer Lebenspraxis wie in unserem begrifflichen Denken bewegen können.

In der Meditation begeben wir uns weit auf die Seite des Nicht-Selbst. Wenn wir Pläne schmieden, bewegen wir uns weit in Richtung eines möglichst stabilen Selbst. In vielen Situationen sind wir irgendwo dazwischen. Solange wir bewusst seinsklar und nicht in pathologischen Zuständen sind, sind wir immer auch das gespürte Selbst, dem wir uns mehr oder weniger bewusst zuwenden können. Es ermöglicht uns, eine lebendige Persönlichkeit zu sein, die Anteil nimmt.

Für spirituelle Erfahrungen ist es nicht notwendig, das Selbst grundsätzlich infrage zu stellen.

Selbstverantwortung und Freiheit sind aus meiner Sicht wichtig für die Aktualisierung der Werte, die unser gemeinsames Leben sichern und Meditation erst möglich machen.

Ein Mensch, der eine spirituelle Erfahrung macht, transzendiert neben seinen existenziellen Erfahrungen von Zeit und Raum, Sorge, Angst und vielem anderen auch sein narratives und soziales Selbst. Er erweitert es und bereichert sein vertrautes und doch immer auch unvertrautes Leben.

 

Illustration © Ursache/Wirkung

 

 

Dr. Michael Huppertz

Dr. Michael Huppertz

Dr. Michael Huppertz, Arzt für Psychiatrie und Psychotherapie. Studium der Soziologie, Philosophie und Medizin. Seit 1997 Arbeit mit achtsamkeitsbasierter Psychotherapie. Zum Thema: „Die Kunst, da zu sein. Häufig, selten und nie gestellte Fragen zur Achtsamkeit“ ...
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