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Leben

Mit Klarheit und Bewusstheit nach vorne schauen, um eine Zukunft zu gestalten, in der alle leben möchten.

Gestern habe ich wieder einmal mit P. telefoniert. Ich habe sie und ihren Partner auf einem Geburtstagsfest kennengelernt, wo mir die beiden von ihrem amerikanischen spirituellen Lehrer erzählten, der ihnen die Praxis der Wunscherfüllung beigebracht habe. Das war im Februar 2020, und sie hatten die Vorbereitungen für ihre geplante Weltreise fast abgeschlossen. Hatten ihre Jobs und die Wohnung gekündigt und Tickets gebucht. Einen Monat später brach die Pandemie aus, die Welt machte zu. Und seitdem sitzen P. und A. in einem hastig gemieteten Apartment und versuchen herauszufinden: „Was haben wir falsch gemacht bei der Visualisierung unserer Wünsche?“

Alles Seiende verändert sich unablässig aufgrund von zahllosen miteinander vernetzten Bedingungen.

Wir sind oft so fokussiert auf einen Plan oder ein Ziel, dass wir unser Eingebundensein in den großen Weltzusammenhang vergessen. Alles Seiende verändert sich unablässig aufgrund von zahllosen miteinander vernetzten Bedingungen, und die Veränderungen geschehen nicht schön geordnet nacheinander, sodass wir in Ruhe darüber nachdenken können, sondern gleichzeitig. Unser lineares Denken aber kann diese Gleichzeitigkeit nicht erfassen. Der buddhistische Mönch Matthieu Ricard sagt: „Da wir intuitiv von Linearität ausgehen, missverstehen wir die komplexen Dynamiken ökonomischer und ökologischer Systeme und halten an der Illusion fest, wir könnten deren Zukunft vorhersagen und damit kontrollieren.“ Geht es nicht bei all unseren Bemühungen, die Zukunft zu unseren Gunsten zu manipulieren, um Kontrolle? Das Bedürfnis nach Kontrolle entsteht aus dem Wunsch nach Sicherheit, und die Tatsache der unablässigen Veränderung verunsichert uns verständlicherweise sehr. Wie viele teure und überflüssige Versicherungen werden deshalb abgeschlossen, Eheverträge werden juristisch wasserdicht ausgeklügelt. Aber weil das alles ja nicht hilft gegen die Angst vor der Unsicherheit, verschließen wir unsere Herzen und lassen andere Menschen und neue Erfahrungen nur nach genauester Prüfung hinein. Wir vergessen so leicht, dass auch wir eingebunden sind in das Ganze, wie scheinbar klein auch unser Spielraum sein mag. Wir nutzen das Kostbarste nicht, das wir haben: unsere Fähigkeit, Mitschöpfer einer heilsamen Zukunft zu sein. Ein bleibender Schatz in meinem Leben sind die Retreats zu buddhistischer Psychologie, die ich bei Thich Nhat Hanh besucht habe.

Der buddhistischen Tradition zufolge werden alle Informationen aus der Vergangenheit – die von unseren Vorfahren ererbten wie auch jene, die wir von unserer Umgebung empfangen haben – im Speicherbewusstsein aufbewahrt als bija, als Samen. Da findet sich der Same der Freude ebenso wie der des Neids, der Gier, der Wut und zahllose mehr. Die Sonnenblumen- und Wickensamen in meinen Balkonkästen muss ich im Frühjahr regelmäßig gießen, damit sie zu Sonnenblumen und Wicken werden. Was gießt, um im Bild zu bleiben, die Samen in unserem Speicherbewusstsein? Die schlichte Antwort ist: alles. Naturgewalten, kollektive Überzeugungen unseres Landes, politische Entscheidungen, unsere eigenen Gedanken und Handlungen und die der Menschen in unserer Umgebung. Thich Nhat Hanh betonte immer wieder: „Keine Tat, kein Gedanke, kein Wort gehen verloren.“ In jedem Augenblick wird unausweichlich etwas in uns aktiviert, auf heilsame oder unheilsame Weise, auch wenn wir das zumeist nicht bemerken.Der Quantenphysiker Hans-Peter Dürr schreibt: „Die Gegenwart bezeichnet den Zeitpunkt, wo Potenzialität zur Faktizität, Möglichkeit zur Tatsächlichkeit gerinnt.“ Während der Coronapandemie habe ich einige Menschen in meinem Umkreis auf neue Weise kennengelernt.

Die Gegenwart enthält die Vergangenheit, und wenn wir das nicht hellwach beobachten, schleppen wir die Vergangenheit weiter mit in die Zukunft.

Ich habe Wut bei Friedlichen erlebt, Irrationalität bei Intelligenten und herzerwärmende Hilfsbereitschaft bei anderen. Und traurig hat mich gemacht, dass in dieser Zeit spirituelle Gemeinschaften auseinandergebrochen sind über der Frage, ob man sich impfen lassen soll oder nicht. Wahrscheinlich hat jede und jeder von uns den äußeren Umständen irgendwann erlaubt, Geisteszustände zur Erscheinung zu bringen, die bereits zuvor als Möglichkeit, nämlich als Samen, in uns geschlummert hatten. Was in uns antwortet auf die Herausforderungen, die das Leben an uns stellt? Wenn wir nicht sehr bewusst unseren Geist beobachten, ist es die Vergangenheit, die uns im Griff hat: unsere Erziehung, unsere Erfahrungen, das kollektive Schicksal unseres Landes.

Zukunft

Kürzlich stand ich vor einem Schaufenster, neben mir ein älteres Paar, das sich über die hohen Preise für die ausgestellte Mode erregte – in sächsischem Tonfall. In mir kochte Widerwillen hoch. Sächsisch! Ich wusste sofort, was diese Emotion ausgelöst hatte: Meine Eltern hatten aus einem mir unbekannten Grund eine starke Abneigung gegen Menschen aus Sachsen, die sie bei jeder Gelegenheit äußerten. In jenem Moment vor dem Schaufenster schlug also ein Erbe aus der Kindheit zu, aber ich erkannte die Ursache und konnte ruhig innerlich konstatieren: Ah, Sachsen. Ich hatte die Emotion im Augenblick ihres Entstehens abgefangen, bevor sie sich in meinem Geist zu einer kompletten Geschichte mit Meinungen, Urteilen und am Ende gar daraus folgenden Handlungen entwickeln konnte.

Wir dürfen uns keine Illusionen darüber machen, wie konditioniert unser Geist ist. Die Gegenwart enthält die Vergangenheit, und wenn wir das nicht hellwach beobachten, schleppen wir die Vergangenheit weiter mit in die Zukunft, die dann nicht neu sein wird, sondern eine Variante des immer Gleichen. Wie also werden wir zu Mitschöpfern einer Zukunft, in der wir leben möchten?

Für unseren Alltag ist es hilfreich und kraftsparend, auf ein Reservoir an eingeübten Verhaltensweisen und bewährten Erfahrungen zurückgreifen zu können. Es gibt jedoch eine höhere Ebene des Geistes, die Einsichten und Lösungen präsentieren kann, die weder dem Denken noch dem Studieren zugänglich sind. Diese Ebene – ich nenne sie hier Bewusstheit – ist unabhängig vom Ego mit seinen Wünschen, Hoffnungen, Erwartungen und Forderungen. Antworten, die aus der klaren Bewusstheit entstehen, sind neu, erfrischend, hilfreich und heilsam. Künstler und Wissenschaftler verbinden sich ständig mit dem frischen Geist und schöpfen aus ihm. Wir können der Feststellung von Hans-Peter Dürr vertrauen: „Die Zukunft ist nicht etwas, das einfach hereinbricht, sondern die Zukunft wird gestaltet durch das, was jetzt passiert.“ Um Zugang zu dieser Ebene des Geistes zu finden, brauchen wir uns nicht in ein Kloster zurückzuziehen und nicht einmal auf ein Kissen zur Meditation zu setzen. Jedes Mal, wenn wir sehen, hören, riechen und schmecken, ohne darüber sofort ein Urteil oder auch nur einen Kommentar abzugeben, darf sich der konditionierte Geist einen Moment lang ausruhen. In dem Raum, der so entsteht, kann die Bewusstheit ihre Weisheit entfalten.

„Alles hängt ab von Ihren Taten in Form von Gedanken, Worten und körperlichen Handlungen. Sie entscheiden. Niemand anderes entscheidet Ihre Zukunft“, sagt Thich Nhat Hanh. Die Zukunft ist bereits da; wir müssen uns nur den Zustand unseres Geistes in diesem Moment ansehen. Gehen wir in die Falle der Polarisierung? Reagieren wir aufgrund unserer Prägungen? Auch scheinbar unspirituelle Alltagsfragen erweisen sich auf einmal als entscheidend. Inwieweit will ich mich den aktuellen Nachrichten aussetzen? Was für Filme schaue ich an? Wie spreche ich mit anderen? Womit verdiene ich meinen Lebensunterhalt? Wenn unsere private wie kollektive Zukunft eine heilsame sein soll, müssen wir die klare Bewusstheit in unser Leben einladen, und das bedeutet, unseren gesamten Lebensstil zu überprüfen. Nähre ich mit ihm das Heilsame oder das Unheilsame, in mir und in anderen? Diese Fragen sind erst einmal unbequem und verunsichernd, aber sie lassen uns erkennen, wie viel Macht wir tatsächlich haben, die Zukunft zu gestalten. Vielleicht formulieren wir unsere Wünsche dann ganz anders. Zum Beispiel: Ich möchte die Klarheit erlangen, zu erkennen, was das Leben zum Wohl des Ganzen jetzt von mir fordert, und den Mut und die Kraft haben, es in die Welt zu stellen.


Dieser Artikel erschien in der Ursache\Wirkung №. 118: „Zufriedenheit"

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Margrit Irgang, Schriftstellerin und Meditationslehrerin, praktiziert Zen seit 1984, seit 1992 bei Thich Nhat Hanh. Sie leitet Retreats, schreibt Bücher und Rundfunksendungen zu den Themen Spiritualität und Achtsamkeit und bloggt auf www.margrit-irgang.blogspot.de.

Bild Teaser und Text © Francesco Ciccolella

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Margrit Irgang

Margrit Irgang

Margrit Irgang, Schriftstellerin und Meditationslehrerin, praktiziert Zen seit 1984, seit 1992 bei Thich Nhat Hanh.Sie leitet Retreats, schreibt Bücher und für Rundfunksendungen zu den Themen Spiritualität und Achtsamkeit und bloggt auf:www.margrit-irgang.blogspot.de.
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