Mit Ole Nydahl ist eine der umstrittensten Figuren des westlichen Buddhismus gestorben.
Der dänische Lama Ole Nydahl, geboren 1941, gründete in den 1970er-Jahren gemeinsam mit seiner Frau Hannah die sogenannten Diamantweg-Zentren der Karma-Kagyü-Schule und prägte damit über Jahrzehnte das Bild eines „westlichen Vajrayana-Buddhismus“ in Europa maßgeblich.
Für viele seiner Anhänger war Nydahl ein charismatischer Lehrer, der buddhistische Praxis aus den asiatischen Kulturkontexten herauslöste und in eine moderne, lebensnahe Sprache übersetzte.
Gleichzeitig blieb Nydahl zeitlebens hochgradig kontrovers. Immer wieder fiel er durch rassistische, islamfeindliche und rechtspopulistische Aussagen auf. Er empfahl, die AFD zu wählen. Innerhalb buddhistischer Kreise stießen auch seine Selbstdarstellung, sein autoritärer Führungsstil sowie seine sexuellen Ausschweifungen mit Schülerinnen auf scharfe Ablehnung. Nydahl prahlte damit, mit 3.500 Frauen Sex gehabt zu haben.
Der von ihm gegründete Diamantweg gilt vielen Beobachtern bis heute als Bewegung mit deutlich sektiererischen Zügen: starke Binnenidentität, ideologische Abschottung und eine ausgeprägte Verehrung des Gründers prägen das Bild der Organisation.
Nydahls Tod markiert das Ende einer Ära für den Diamantweg, dessen Zukunft nun offen ist: Wird der Diamantweg in der Lage sein, die ethisch fragwürdigen Seiten des Gründers in angemessener Weise zum Gegenstand ernsthafter Selbstprüfung zu machen oder wird Nydahl hagiografisch überhöht werden?
Ole Nydahl starb am 18. Mai 2026 im Alter von 85 Jahren. Unser Mitgefühl gehört den Hinterbliebenen.

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Grüße, Perihan.
Ein kurzes Wort des Mitgefühls für Angehörige, Freunde und Weggefährten wäre vielleicht stilvoller und gewesen als eine Kampfansage an einen anderen Orden.
Ihr "Nachruf" erinnert mich an ein altes amerikanisches Sprichwort aus dem Sport:
"The ones complaining about the way the ball bounces are usually the ones dropping it."
Ich schreibe das ausdrücklich unabhängig von meiner persönlichen Haltung zu Herrn Nydahl. Mir geht es um Anstand und Stil.
Den Tod eines Menschen zu nutzen, um einen buddhistischen Mitbewerber anzugreifen oder eine ideologische Fehde fortzuführen, wirkt auf mich weder würdevoll noch besonders buddhistisch.
Man hätte auch einfach schweigen können.
Beste Wünsche