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Am 22. und 23. Oktober 2022 fand die 2nd IQBC auf Zoom und gather.town statt. Ein Rückblick auf das gelungene Event.

Viele hatten nach der 1st IQBC letztes Jahr geschrieben, sie hätten solch ein Event gerne jede Woche, um sich auszutauschen, zu diskutieren, zu meditieren, sich wiederzutreffen oder neue Freund*innen kennenzulernen. Das lässt die Organisation mit Anfrage von Referent*innen und etwa Zeitzonen nicht zu. Doch das bewog uns, die 2nd IQBC schon dieses Jahr stattfinden zu lassen. Sowohl das Konzept wie auch die freiwilligen Unterstützer*innen waren neu und über den Globus verteilt von der Westküste USAs bis zur Ostküste Australiens.
Die regelmäßigen Treffen waren so eine gute Übung in Achtsamkeit im Vorfeld der Konferenz. Die Idee dieses Mal war, nicht nur auf Zoom Vorträge, Meditationen und Workshops, sondern auch auf gather.town einen virtuellen Raum für die verschiedensten künstlerischen Darbietungen anzubieten.

Per E-Mail waren Grüße für eine erfolgreiche 2nd IQBC vom Büro von Sven Lehmann, dem Queer-Beauftragten im Bundesministerium für Familie, Frauen, Senioren und Jugend (BMFSFJ) samt der Eckpunkte für das Selbstbestimmungsgesetz, das kommenden Sommer verabschiedet werden soll, gekommen. Interessant für die in Deutschland lebende Regenbogen-Community.

Keynote Speaker oder Hauptredner war Dr. Pema Düddul von der University of Southern Queensland, Australien mit einem Vortrag zu „Visibility Is More than Being Seen: Creating a Dharma Community That Makes Space for Diverse Voices“.

Der Fokus lag dieses Jahr auf zwei Podien:
Kody Muncaster hielt den Vortrag „Queer (Buddhist) Role Models “ über das Thema „Queer Trauma and the Trans-Sattva: Non-Binary Gender Euphoria and the Buddhist Teachings on Non-Duality“. Kody aus Kanada arbeitet an der Dissertation an der Western University und beschäftigt sich mit Gender, Sexualität und Women‘s Studies. Der Vortrag befasste sich mit nonbinären Weltanschauungen, wobei Kody eine queere buddhistische Hermeneutik entwickelt.
Die Ehrwürdige Tashi Choedup aus Indien sprach zu ihrer „Socio-Political Work with the Queer Community in India.“

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Der zweite Tag begann mit dem Podium zu Trauma/Abuse – Buddhism – Therapy: Kyle Neo von Rainbodhi Singapur sprach zu „What’s love got to do with my queerness?“ Kyle ist freischaffender Designer, Autor und praktizierender Buddhist. Sein Diplom erhielt er in Buddhistischen Studien und Buddhistischer Psychologie. Die Ehrwürdige Vimala vom Tilorien Monastery in Belgien hielt einen Vortrag zu „Turn trauma into a pathway of spiritual growth!“, und Bruder Troi Bao Tang aus Plum Village in Frankreich in der Tradition von Thich Nhath Hanh, der auch unter dem Namen Brother Treasure vielen bekannt sein dürfte, sprach zu „Das Heilen der Vergangenheit in der Gegenwart.“
Die Vorträge können inzwischen auf der IQBC-Website angesehen werden.

Für das schwierige Thema „Trauma“ waren und sind links zu Websites und Telefonnummern weltweit hier zu finden.
Dieser Service stand auch auf der zweiten virtuellen Plattform, gather.town, die ganzen zwei Tage zur Verfügung, falls die Teilnehmenden eine Auszeit brauchen würden.

Die Vorträge der beiden Podien wurden durch Workshops thematisch unterstützt.
Zoe Flowers (USA) unter anderem unterstützte die queere Community hier als „ally“ mit einem Workshop zu „Breathing Space: Supporting Health“. Ihre Erfahrung und Arbeit mit Missbrauchsopfern machte den Workshop zu einem wertvollen Beitrag.
Und Jemarc Axinto aus Philadelphia (USA) brachte die Teilnehmenden zum Lächeln und zum Nachdenken über die fehlende Selbstfürsorge, da wir uns gerne selbst vergessen in unserer Arbeit und ja noch so viel zu tun ist ... Der Titel des Workshops war daher passend: „The Iron Maiden Identity: Accessing Our Queerness as a Source of Liberation.“ Wir pressen uns selbst in eine Eiserne Jungfrau oder lassen uns von anderen hineinpressen, vergessen jede Achtsamkeit uns selbst gegenüber.

Auf gather.town hatten wir einen virtuellen Raum erstellt, in dem es möglich war, einen Avatar für sich zu erschaffen, quasi wie in einem Videospiel, und den virtuellen Raum zu erkunden, mit Meditationsorten wie einem japanischem Garten, Zelten oder Springbrunnen, einer ganz eigenen Welt. An diesen Plätzen war die Möglichkeit für private Chats gegeben. Außerdem gab es einen Platz für Ausstellungen von Gemälden, von „digital art“, von Zeichnungen, Büchern, Gedichten, aber die Teilnehmenden konnten auch Filme anschauen. Diese sind auch auf der Website zu sehen.
Samstag und Sonntag nach den Vorträgen und Workshopsessions trafen wir uns beim „Open Mic“: Hier konnten alle, die wollten, und natürlich jene, die bereits sich dafür angemeldet hatten, auf der virtuellen Bühne performen: Iden.t.t. stellte their neuen Song „Sick to Work“ vor. Und der Dharma Rap Workshop von DJ Jampa Sausage mit Sibling Yonten u. a. rappte auf der virtuellen Bühne u. v. m.

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Nach den zahlreichen Rückmeldungen war die 2nd IQBC ein voller Erfolg. Wobei klar ist, dass bei jeder Konferenz Neues zu lernen und zu verbessern ist. Aber das entspricht dem buddhistischen Pfad, denn „nobody is perfect“ – und oft ist es die Technik auch nicht ;)
Die spezielle Mischung aus Vorträgen, Workshops, Meditation und künstlerischen Darbietungen aber machte die 2nd IQBC zu etwas ganz Besonderem.

Da die IQBCs offen für alle Menschen sind, die achtsam bzw. respektvoll miteinander umgehen, egal, ob sie zur Regenbogen-Community gehören oder Unterstützer*innen sind, sind die Anfragen hinsichtlich der 3rd IQBC jetzt schon groß.

Die monatlichen Conscious Connections finden wieder auf Zoom ab dem 30. November statt. Auch hierzu gibt es Informationen auf der Website: www.iqbc.org

Weitere Beiträge von Dr. Rotraut Jampa Wurst finden Sie hier.

Bilder im Beitrag © Jampa Wurst
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Dr. Jampa Wurst

Dr. Jampa Wurst

Dr. Jampa Wurst, Lerncoachin und Beraterin in eigener Praxis. Dharma-Rapperin und Künstlerin. www.drwurst.de
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