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Im Verlauf der fünf Jahreszeiten nach der TCM-Lehre (Winter, Frühling, Sommer, Spätsommer, Herbst) stelle ich dir in dieser Blogreihe „Achtsamkeitsrituale“ vor, die dich einladen sollen, zu experimentieren. Obwohl die vorgestellten Rituale mehrheitlich Bezug zu den Jahreszeiten haben, müssen sie nicht auf diese begrenzt bleiben.

Rituale sind Verkörperungsprozesse … Sie werden dem Körper eingeschrieben, inkorporiert, das heißt körperlich verinnerlicht. So bringen Rituale ein verkörperlichtes Wissen und Gedächtnis, eine verkörperlichte Identität, eine körperliche Verbundenheit hervor (Vom Verschwinden der Rituale, Byung-Chul Han).

Achtsamkeitsrituale können mit allen Sinnen erfahren werden. In diesem Prozess werden sie also auch verkörperlicht, verinnerlicht, wie Byung-Chul Han es benennt. Hierbei helfen uns die klassischen fünf Sinneswahrnehmungen: Riechen, Sehen, Hören, Schmecken und Fühlen. Wir verkörperlichen nicht nur, was wir um uns wahrnehmen (Exterozeption), sondern auch wie wir uns selbst wahrnehmen (Interozeption). Das können wir, indem wir unseren Körper und unsere Bewegungen im Raum erkennen (Propriozeption), aber auch indem wir unser Inneres, die Organtätigkeiten spüren (Enterozeption). Auf vielfältige Weise können wir uns also begreifen und erfahren, wenn wir eine Tätigkeit bewusst und achtsam mit allen Sinnen immer wieder vollführen. Und dieses Begreifen ist eine Umsetzung unserer körperlichen Erfahrung in geistiges Wissen, das ich als sehr wertvoll erachte, denn Wissen, auf das wir uns sonst so oft verlassen, ist meist maschinengeneriert (Zahlen, Daten und Fakten) und nicht unserem eigenen Denken (beruhend auf unseren Wahrnehmungen und Erkenntnissen) entsprungen.

Blog Astrid Sommer c Astrid Rituale

Der Sommer ist in der TCM die Zeit der Aktivität (großes Yang), der Lebendigkeit und Freude. Es treibt uns nach draußen, wir sind kommunikativ und gerne in Verbindung mit der Welt. Das zugehörige Element ist das Feuer, dessen unmittelbarer Ausdruck das Lachen und die Freude ist. Wenn das Feuer allerdings zu stark brennt, bedeutet dies auch, dass dieses innere Brennen unsere Lebenskraft verzehrt. Also dann, wenn das sympathische Nervensystem in Dauerbeanspruchung steht und wir uns keine Ruhephasen oder auch Zeiten mit Ritualen gönnen. Der Herz- und der Dünndarm-Meridian sind dem Feuerelement zugeordnet. Sie sorgen für Umwandlung und Aufnahme. Das Herz beispielsweise nimmt Reize aus dem Organismus auf und steuert daraufhin eine Körperreaktion. Der Dünndarm-Meridian wandelt Nahrung in eine für den Körper verwertbare Form um.

Inspirationen für Achtsamkeitsrituale in der Sommerzeit findest du kommende Woche in meinem Blog.

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Bilder © Astrid Eder

 

Astrid Eder

Astrid Eder

Bauernhof Kind mit Studium der Wirtschaftswissenschaften, ehemalige Vielfliegerin für ein Luxuslabel, tauschte Prada gegen Prana unter Einfluss von Panik, mehrjährige Vipassana- und Zenpraxis, Yogalehrerin (500 YAA) mit Hang zu Teekonsum nach Gung Fu Cha, Achtsamkeitslehrerin  und MBSR Lehrer...
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