Achtsamkeit & Meditation

Meetings, E-Mails, knappe Fristen, Präsentationen und schwierige Gespräche sind alles mögliche Herausforderungen, die Sie in Ihrem Arbeitsalltag meistern müssen. Ist es also überhaupt möglich, Achtsamkeit bei der Arbeit anzuwenden? Die Antwort lautet: Ja.

Durch Achtsamkeit bieten sich Ihnen viele Vorteile wie zum Beispiel präsentere und produktivere Arbeitszeiten und weniger Stress vor, während und nach der Arbeit.

Fakt ist, in den letzten Jahren haben viele Unternehmen begonnen, Achtsamkeit in den Arbeitsalltag zu integrieren. Darunter zum Beispiel Google. Unabhängig davon, ob Ihr Unternehmen dies fördert oder nicht: Es gibt einfache Möglichkeiten, wie Sie für sich selbst Achtsamkeit in Ihren Arbeitsalltag integrieren können.

In diesem Beitrag werden Sie erfahren, warum Achtsamkeit im Arbeitsalltag wichtig für Sie ist und wie Sie das konkret in die Tat umsetzen können.


Warum ist Achtsamkeit im Arbeitsalltag relevant
Das Ziel der Achtsamkeit ist es nicht, mit dem Denken aufzuhören. Vielmehr geht es darum, die eigenen Gedanken und körperlichen Empfindungen, wie zum Beispiel Ihre Umwelt, aufmerksam zu beobachten.

Meetings, Stress, Anfragen – all das lenkt Sie davon ab, sich auf sich selbst zu konzentrieren und Ihre innere Mitte zu finden. Hinzu kommen Dauerstress, Überlastung, schlechter Schlaf. Der schlimmste Teil: Diese Probleme nehmen Sie beim Verlassen des Firmengeländes mit nach Hause.

Schaffen Sie es jedoch, bei der Arbeit regelmäßig in den Achtsamkeitsmodus zu gelangen, kommt Ihnen das zugute. Sie arbeiten produktiver, können Probleme aus anderen Blickwinkeln angehen und wirken weniger gestresst oder ängstlich vor großen Entscheidungen.

Achtsamkeit für sich selbst führt in vielen Fällen auch dazu, dass Sie achtsamer und bewusster mit Ihren Mitmenschen umgehen. Davon profitieren Ihre Kollegen und Kolleginnen ebenfalls. Durch die größere Empathie und Selbstregulation kommunizieren Sie besser, und es wird Ihnen leichter fallen, einen Schritt zurückzutreten und alternative Perspektiven in Betracht zu ziehen.

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Konflikte und Probleme entstehen nach wie vor. Mit einer gewissen Achtsamkeit wird es Ihnen allerdings leichter fallen, durch schwierige und stressige Situationen zu navigieren.


Wie Sie Achtsamkeit im Arbeitsalltag üben
Steleln Sie sich im ersten Schritt die folgenden Fragen:

  • Tagträumen Sie oft an der Arbeit?
  • Essen Sie am Schreibtisch und schmecken Sie Ihr Essen nicht?
  • Erinnern Sie sich, was während der letzten Gespräche zu Ihnen gesagt wurde?
  • Können Sie Ihren heutigen Weg zur Arbeit nicht beschreiben?
  • Führen Sie Ihre Arbeitsschritte durch, ohne zu hinterfragen, ob der Weg der produktivste und sinnvollste ist?

Wenn Sie eine Frage mit Ja beantwortet haben, kann es gut möglich sein, dass Sie zumindest einige Zeit auf Autopilot gearbeitet haben. Das wiederum bedeutet, dass Sie nicht vollständig auf Ihre Tätigkeiten fokussiert sind und folglich Zeit verlieren und unproduktiv sind.

Nachdem Sie ein gewisses Bewusstsein aufgebaut haben für die vielen Vorteile der Achtsamkeit, geht es im zweiten Schritt darum, die Achtsamkeit konkret im Alltag zu leben. Hierfür empfehlen sich die folgenden Tipps:

  1. Umgang mit Stress
    Bei Stress erhöht sich Ihre Herzfrequenz, und Ihre Atmung wird schneller. Beobachten Sie bewusst, wann Sie sich im Stresszustand befinden. Reagieren Sie positiv auf Ihren Stress und nicht negativ. Besser noch, werden Sie sich Ihrer Stressfaktoren bewusst und gehen Sie das Thema proaktiv an. Nutzen Sie Möglichkeiten, wie Sie Stress abbauen.
  2. Planung
    Treffen Sie zu Beginn Ihres Arbeitsalltags die Entscheidung, so gut wie möglich präsent zu sein. Halten Sie dafür vor Beginn Ihres Arbeitsalltags einige Augenblicke inne. Nutzen Sie diesen Moment, um sich diese Absicht in den Kopf zu setzen. Überlegen Sie sich anschließend, was die wichtigsten und dringendsten Dinge sind, die Sie erledigen müssen.
  3. Atmung
    Verlangsamen Sie ab und an bewusst Ihren Atem. Das versetzt Sie in einen ruhigen Zustand. Richten Sie anschließend Ihr Bewusstsein auf das Ein- und Ausatmen und entspannen Sie sich für wenige Minuten. Sie können auch drei Sekunden durch die Nase einatmen, die Luft drei Sekunden halten und wieder ausatmen.
  4. S.T.O.P.
    Die S.T.O.P.-Methode ist besonders in stressigen Momenten hilfreich. S.T.O.P. steht für Stop, Take, Observe, Proceed. Beenden Sie unverzüglich, was Sie gerade tun (Stop), nehmen Sie einen tiefen Atemzug (Take), beobachten Sie, was in Ihnen und um Sie herum passiert (Observe) und fahren Sie fort, nachdem Sie sich im gegenwärtigen Moment eingefunden haben (Proceed).
  5. E-Mails
    E-Mails haben das Potenzial, Ihre Aufmerksamkeit auf Aufgaben mit geringer Priorität zu lenken. Selbst das dauernde Anschauen Ihres E-Mail-Postfachs ist oftmals reine Ablenkung. Öffnen Sie stattdessen Ihr Postfach bewusst nur zu gewissen Zeitpunkten. Zu regelmäßigen Zeiten und mit Fokus auf das, was für Sie am wichtigsten ist.
  6. Meetings
    Meetings bieten zwei Möglichkeiten. Zum einen das Hinterfragen, ob wirklich alle Ihre Meetings nötig sind, und zum anderen, um Meeting-Richtlinien aufzustellen. Dazu gehört zum Beispiel der Vorschlag, keine Smartphones zu nutzen, andere aussprechen zu lassen und eine Agenda vorab zu versenden.
  7. Mindfulness-Erinnerungen
    Leider ist es ein Einfaches für Ihr Gehirn, das Thema Achtsamkeit im stressigen Arbeitsalltag zu vergessen und auf Autopilot zu schalten. Planen Sie sich deshalb Erinnerungen in Ihren Kalender ein. Damit können Sie mehrmals täglich einige Momente der Achtsamkeit wahrnehmen.
  8. Singletasking
    Während Sie bei Multitasking versuchen, mehrere Dinge auf einmal zu erledigen, fokussieren Sie sich beim Singletasking auf eine Sache. Damit zwingen Sie sich, nicht nur achtsamer gegenüber Ihren Aufgaben zu sein, es macht Sie außerdem produktiver als beim Multitasking. Unterm Strich werden Sie so die Aufgaben nicht nur schneller, sondern auch besser abarbeiten.
  9. Dankbarkeit
    Dankbarkeit üben ist ein toller Weg zu mehr Wohlbefinden und Zufriedenheit. Im Idealfall integrieren Sie Dankbarkeitsübungen als Routine in Ihren Arbeitsalltag. Machen Sie sich täglich während der Arbeit drei Dinge bewusst, für die Sie in Ihrem Job dankbar sind. Selbst wenn Sie mit Ihrem Job unzufrieden sein sollten, suchen Sie Dankbarkeit in den offensichtlichen Dingen.
  10. Entschleunigung
    Achtsamkeit im Arbeitsalltag klingt auf den ersten Blick vielleicht kontraproduktiv oder gar als Ablenkung von der eigentlichen Arbeit. Der größere Fokus und die gesteigerte Produktivität durch Achtsamkeit führen jedoch letztendlich zu mehr und besseren Arbeitsergebnissen. Denken Sie als Beispiel an effektive Führungskräfte, die immer wieder Auszeiten nehmen, um ihr Tun zu reflektieren.

Fazit

Arbeit ist oft kontraproduktiv für Achtsamkeit. Sie ist stressig, manchmal eintönig und meistens bietet sie Ihnen reihenweise Ablenkungen. Auf der anderen Seite macht Sie Achtsamkeit produktiver, weniger gestresst und emotional intelligenter. Viel mehr noch. Achtsamkeit hilft Ihnen, körperlich und mental gesund zu bleiben.

Sie können den Weg zu mehr Achtsamkeit selbst in die Hand nehmen. Machen Sie sich nicht abhängig davon, ob Ihr Unternehmen Achtsamkeitstraining fördert. Schließlich gibt es viele einfache Wege, die Sie selbst umsetzen können, um Ihren Arbeitsalltag achtsamer zu gestalten.

 

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