Für den Buddha war Mitgefühl ein Ausdruck von Mitverantwortung. Er meditierte nicht nur darüber, er handelte danach. Die humanitäre Hilfsorganisation Mitgefühl in Aktion e. V. erreicht mit ihren Projekten Tausende Menschen, meist Kinder.
Im Jahr 2018 fand in Hamburg die Konferenz „Buddhism in Dialogue with Contemporary Societies“ statt. Dort hatte ich die Gelegenheit, mit Bhikkhu Bodhi, dem Gründer von Buddhist Global Relief (BGR), einige Zeit zu verbringen.
Dabei entstand in mir der Wunsch, ihn zu bitten, eine europäische Niederlassung dieser Hilfsarbeit ins Leben zu rufen. Er war zunächst zögerlich, da es frühere, gescheiterte Versuche gegeben hatte. Schließlich einigten wir uns, dass ich einen einladenden Artikel schreiben sollte und wir dann sehen würden, wer sich meldet.
Zu unserer freudigen Überraschung meldeten sich zwölf engagierte Menschen aus verschiedenen buddhistischen Traditionen. Ein halbes Jahr später gründeten wir in Berlin die Hilfsorganisation Mitgefühl in Aktion e. V. (MiA), eine eigenständige Partnerin von Buddhist Global Relief, USA, mit Bhikkhu Bodhi als Schirmherrn.
Erwartet hatte niemand, dass unser Vorhaben so viel Resonanz finden würde. Unter Buddhisten und buddhistischen Verbänden zeigte sich lebhaftes Interesse an der Idee, durch konkrete Unterstützung bedürftiger Mitverantwortung zu übernehmen, und das ohne missionarische Absicht.
Bald wuchs die Zahl der Mitglieder deutlich an.
Seither entwickeln wir eine nachhaltige Projektarbeit nach den Grundsätzen sinnvoller Entwicklungszusammenarbeit: Hilfe zur Selbsthilfe und Nachhaltigkeit. Dank der Zusammenarbeit mit BGR fanden wir schnell verlässliche Partner in Asien, Afrika und Südamerika. Seit 2020 fördern wir jährlich sechs bis acht Projekte, von denen über 6.000 Menschen, meist Kinder, direkt profitieren: durch Ernährung, Bildung und soziale Förderung.
Inzwischen konzentriert sich MiA auf einige wenige Projekte, die dafür noch intensiver unterstützt werden und für die wir auch versuchen, öffentliche Mittel zu beantragen.
Dieser Artikel erschien in der Ursache\Wirkung №. 135: „Achtsamkeit & Aktivismus":
Wenn man fragt, was uns motiviert, warum wir das tun und warum sich Buddhisten überhaupt sozial engagieren sollten, lautet die Antwort schlicht: aus Mitgefühl.
Weisheit und Mitgefühl gehören zu den grundlegenden Qualitäten des Buddha-Dharma. Doch meist denken wir dabei an Meditation,eine wohlwollende Haltung oder an Selbstmitgefühl und die befreiende Kraft des Herzens.
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