Psychoaktive Pflanzen und Pilze: Seit jeher kennen und schätzen Menschen ihr Potenzial. Ein ausgewiesener Experte stellt einige der wichtigsten Pflanzen vor.
Wenn von psychoaktiven Pflanzen und Pilzen die Rede ist, denken viele sofort an die sogenannten Drogen.
Dabei haben die meisten mit dem, was wir unter dem Begriff eines Rauschgifts verstehen, nichts zu tun, sondern sind sogenannte Entheogene.
Das Wort entheogen kommt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie „das Göttliche im inneren Selbst erwecken“. Viele dieser Gewächse, ob Pflanzen oder Pilze, werden seit Hunderten, wenn nicht gar seit Tausenden von Jahren von indigenen Ethnien im Rahmen schamanischer Praktiken verwendet.
Meistens enthalten sie psychedelische Inhaltsstoffe, die für spirituelle Zwecke benutzt werden.
Ob zur Divination oder zur Heilung – Schamanen sind wahre Meister in der Nutzung psychoaktiver Pflanzen und Pilze.
Im Folgenden werden einige der wichtigsten spirituell genutzten psychoaktiven Pflanzen und Pilze bzw. Zubereitungen aus diesen vorgestellt.
Ayahuasca
Bei Ayahuasca, unter anderem auch Yagé genannt, handelt es sich um ein uraltes Getränk Südamerikas, das im Amazonas-Regenwald bis heute im Rahmen der schamanischen Kultur zur Anwendung kommt.
Ayahuasca bedeutet in etwa „Seelenranke“ oder „Ranke der Ahnen“ und besteht aus mindestens zwei pflanzlichen Zutaten: zum einen aus der Lianen pflanze Banisteriopsis caapi, die selbst Ayahuasca genannt wird und sogenannte Beta-Carboline enthält.
Diese fungieren als Hemmer des körpereigenen En zymsystems Monoaminooxidase, MAO. Die MAO baut bestimmte Substanzen ab, die wir über Lebens mittel, Pharmaka etc. zu uns nehmen, bevor sie das Gehirn erreichen – so auch den hauptsächlichen Inhaltsstoff der Ayahuasca, das psychedelische Tryptamin DMT, Dimethyltryptamin.
DMT
DMT wird für die Ayahuasca-Zubereitung aus den Blättern der Chacruna-Pflanze, der Staude Psychotria viridis, gewonnen.
Es gehört zu den stärksten Psychedelika, die uns bislang bekannt sind, und kommt in zahlreichen Pflanzen vor. Interessanterweise produzieren wir Menschen und auch Tiere die Substanz als körpereigenen Stoff.
DMT ist aber durch die Aktivität der MAO oral unwirksam. Um es zu aktivieren, benötigt es also einen sogenannten MAO-Hemmer, den wir in den Beta-Carbolinen der Pflanze Banisteriopsis caapi finden.
Die beiden pflanzlichen Zutaten werden entweder allein oder mit anderen Additiven zum Ayahuasca-Trank gekocht, das vom Schamanen und den Ritualteilnehmern eingenommen wird.
Dieser Artikel erschien in der Ursache\Wirkung №. 133: „Rausch"
Der Schamane nutzt die Effekte des Tranks, um mit anderen Ebenen der Wahrnehmung, anderen Dimensionen des Seins, in Kontakt zu treten. Er meint, damit, also mit der Unterstützung von Geistern, Ahnen, Archteypen, höheren Energien und auch mithilfe seines Wissens, dass wir alle Erfahrungskörper einer einzigen Energie und damit am Ende alle das sind, das so unzureichend Gott genannt wird, zu arbeiten.
So versetzt der Schamane, vereinfacht aus gedrückt, den Klienten energetisch in die Lage, seine Selbstheilungskräfte zu aktivieren.
Pilze
Salvia divinorum, auch Azteken-Salbei, Wahrsage-Salbei oder Göttersalbei genannt. Er ist für seine psychoaktiven Eigenschaften bekannt.Pilze, die die Tryptamine Psilocybin und Psilocin enthalten, gehören zu den psychedelischen Pilzen, weshalb sie auch „Magic Mushrooms“ genannt werden.
Obwohl heutzutage überall von Psilocybin gesprochen wird, ist der eigentlich aktive Inhaltsstoff das Psilocin – beides sind übrigens abgewandelte Formen des Ayahuasca-Wirkstoffs DMT.
Psilocybin wird nach Einnahme im Körper zu Psilocin umgewandelt, was dann schließlich die psychoaktiven Effekte herbeiführt.
Da entsprechende Pilze, z. B. aus der Gattung der Kahlköpfe, Psilocybe spp., in der ganzen Welt vorkommen, können wir getrost davon ausgehen, dass sie zu allen Zeiten wohlbekannt waren und von den schamanischen Kulturen der Erde auch verwendet wurden.
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